Zur Geschichte der Bücher
Diese Bücher sind eine absolute Neuheit. Hier ist die Herstellung von Speisen und Gebäcken in einem Fließschema dargestellt. Als Technischer Lehrer einer Berufsschule für Nahrungsmittelherstellung hatte ich bei Konditoren, Bäckern und Müllern überwiegend männliche Lehrlinge. Da merkte ich, dass Männer nicht gerne lesen, sondern anfangen zu arbeiten/probieren, ohne geschriebene technische Finessen vorher zu lesen oder zu beachten - eben weil sie geschrieben waren. Dieses Merkmal ließ mich überlegen, wie ein Mann einen technischen Ablauf besser erkennen kann. Die visuelle Prägung der Wahrnehmung des Mannes war der Grundgedanke für das Fließschema der Rezepte dieses Buches. In den Jahren von 1983 bis 2004 waren meine Frau und ich häufig Veranstalter von Eheseminaren und Beziehungstrainings. Dabei traten die selben Symptome der männlichen Wahrnehmung zu Tage. In den Jahren 2001 bis 2005, als Leiter einer christlichen Tagungsstätte, führten wir viele geistliche Seminare mit praktischen Übungen durch. Auch da waren es die gleichen Symptome, die hinterher durch die praktischen Übungen eliminiert wurden. Dort probierte ich auch mit einigen Männern einen Koch- und Backkurs, bei dem die Männer vor Beginn der Arbeit die Textvorgaben des Rezepts in ein solches Fließschema umsetzten mussten - und siehe da, es klappte. Ein solches Seminar machte ich übrigens auch bei einer Kommunität im Odenwald, mit dem selben Ergebnis. Aus 25 Jahren (Ehe-)Seelsorge kenne ich viele Nöte von geschiedenen Männern und Frauen. Die Männer trifft eine solche Scheidung sehr elementar in ihrem Selbstwert, so dass sie oft noch viel mehr verunsichert sind. Um diese Verunsicherung ein wenig zu lindern, hilft oft die Anleitung zur Selbständigkeit in Haushaltführung. Außerdem ist eine Außer-Haus-Verpflegung im Falle einer Scheidung eine große Kostenbelastung für den Mann! Darüber hinaus ist die Möglichkeit jemanden zum Essen einladen zu können eine große Hilfe bei der Kontaktknüpfung und Kontaktpflege. Gemeinsame Mahlzeiten sind soziale „highlights“. Jedes Fest (Geburtstag, Weihnacht, Neujahr, Ehe- und andere Jubiläen) ist meistens mit einem gemeinsamen Mahl verbunden. Das war schon bei den Erzvätern der Bibel so. Siehe Abraham und die 3 Engel im Hain Mamre (1.Mose 18,5), Isaak und Abimelech in Beerscheba (1.Mose 26,30), Jakob und Laban bei der Vertragsunterzeichnung seiner Anstellung und seiner Entlassung (1.Mose 31,46), und Mose, als er seinen künftigen Schwiegervater Jithro zum ersten Mal trifft usw. (2. Mose 2,20 + 18,12). Wichtig: Ich will Männer in eine andere Position innerhalb der Familie bringen. Sie sind die Verantwortlichen (das ist die biblische Vorgabe) für das Wohlergehen der Ehefrau und der Familie. Um dieser Verantwortung teilweise ein wenig nachkommen zu können, ist es m.E. unabdingbar, dass der Ehemann sich nicht scheut hauswirtschaftliche Tätigkeiten zu übernehmen. Eine solche gravierende hauswirtschaftliche Tätigkeit ist das Kochen und Backen. Das hebt sein Ansehen in der Familie und stärkt seinen Selbstwert. Selbst Fehler werden – sofern er sie zugibt – keine negativen, sondern nur positive Folgen haben. Kinder lieben es, von Vätern angeleitet zu werden. Sie haben in jungen Jahren sowieso meistens nur Frauen als Anleiter/Lehrerinnen. Das lässt in ihrem Unterbewusstsein eine leichte Abwertung der väterlichen Rolle entstehen. Diese zu korrigieren ist dem Mann somit z.T. wiedergegeben. Horst Ehmann, im Oktober 2004
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